Materialkunde Hölzer:
Den Überblick über die Holzvielfalt zu erlangen ist sehr schwer.
Aber dafür gibt es ja uns :-) Dort muss man unbedingt auf Folgendes achten: Holzart (z.B.: Balsa = sehr weich, Bambus = sehr hart) Furnieranzahl zusätzliche Kunststoffe (Carbon, Zylon, Glasfiber) Gewicht und Schwerpunkt Jeder Tischtennisspieler hat ein anderes Gefühl, eine andere Rückmeldung, bei verschiedenen Hölzern. Manche können nur 5-schichtige Hölzer spielen, manche nur Hölzer in denen Carbon mit eingearbeitet ist um das Holz steifer zu machen. Andere wiederum können nicht auf Balsa verzichten, weil sie unbedingt sehr leichte Hölzer haben wollen, manche Spieler wollen was in der Hand haben und suchen Hölzer über 90 Gramm.
Ebenfalls wichtig ist der Schwerpunkt eines Holzes. Wir unterscheiden zwischen kopflastig und mittellastig: Kopflastig sind ganz leichte Hölzer, wenn Sie mit Belägen versehen sind. Balsa Hölzer sind eigentlich grifflastig (leichtes Holz, der Griff ist schwerer als das Schlägerblatt), doch wer spielt schon Hölzer ohne Beläge? Sobald ein Belag auf ein ganz leichtes Holz montiert wird, vollzieht sich eine starke Schwerpunktverschiebung. Der Schläger wird (trotz geringerem Gewicht) extrem kopflastig. Besonders geeignet für Rückhand-Handgelenkspieler. Durch die Kopflastigkeit trifft man schneller/fester auf den Ball als bei mittellastigen Hölzer. Mittellastige Hölzer haben den Vorteil der absoluten Ausgewogenheit. Sie sollten vor allem im Anfängerbereich eingesetzt werden, um eine Fehlhaltung des Handgelenks von Beginn an zu vermeiden. Später (nach der Grundausbildung) entscheidet sich dann, womit sich der betreffende Spieler wohler fühlt.
Es ist sehr schwer sein Holz zu finden - einige probieren Jahre. Doch wenn man es gefunden hat, sollten Sie sich sofort ein 2. Exemplar zulegen und beide spielen (im Training und Wettkampf) damit in einer Notsituation (Bruch oder Verlust) nicht direkt eine Welt zusammenbricht!
Die Kunst ist es, dass schnellstmögliche Holz mit der bestmöglichen Rückmeldung für sich zu ergattern und, wie gesagt, jeder fühlt da ein bisschen anders... Die meisten Spielsysteme deckt sicherlich das Allroundholz ab. Vom sich wehrenden Abwehrspieler bis zum Angreifer spielen sehr viele Zelluloidartisten Allroundhölzer. Das AR oder AR+ Holz hat für die meisten Spieler das beste Verhältnis zwischen Tempo und Kontrolle. Auch in hohen Klassen wird diese Holzart sehr oft gespielt. Wichtiges Kriterium für die Wahl eines Allroundholzes ist die sehr gute Ballrückmeldung und die dadurch erhöhte Kontrolle - vor allem wichtig bei Schupf, Block und Spiel über dem Tisch. Das nötige Tempo holen sich diese Spieler über die umso schnelleren Beläge.
Leider stellen wir immer wieder fest, dass in unteren Spielklassen viel zu schnelles Material gespielt wird, was dem Gewinnen-wollen sehr oft im Weg steht. Davon ausgenommen sind natürlich die Spieler, die sich über 2 geile Bälle mehr freuen, als über 6 vermeidbare Fehler ärgern!
Legende für die Einklassifizierung der Hölzer:
Tempo: je schneller, desto weiter fliegt der Ball
Kontrolle: Wert über die Rückmeldung. Chance, den Ball auf den Tisch zu spielen, ohne ihn im Sweetspot zu treffen
Griffe: k [konkav], a [anatomisch], g [gerade], ko [konisch] sk [schmal konkav], Rh [Rechtshänder], Lh [Linkshänder]
SP: Schwerpunkt k [kopflastig] m [mittellastig]
Furn.: Anzahl des Furniere (+Auflistung von sonstigen Faserstoffen)
Ges.dicke: Gesamtdicke des Holzes