Beläge

Gecheckte Tischtennis-Beläge Die in dieser Kategorie...

Noppen-innen-Beläge sind am variabelsten einsetzbar Die...

Eigenschaften des Noppen-außen-Belags Bei dieser...

Mittellange Noppen - unangehm für den Gegner Bei den...

Lange Noppen außen - ein spannendes Spielsystem! Lange...

Der Anti-Top Belag - Die Physik dahinter! Die Antitop...

Schlägermontage Hier kannst du auswählen, wie wir...




Tischtennis Beläge - Basiswissen

Mit Hilfe des Tischtennisbelags wird sowohl der Spin als auch der Speed auf den Tischtennisball übertragen. Der Belag als „Medium“ zwischen Holz und Ball, setzt das um, was die Armbewegung des Tischtennisspielers auslöst. Rein physikalisch bzw. biomechanisch betrachtet fliegt der Ball bei einer gleichen Armbewegung unterschiedlich, wenn verschiedene Beläge eingesetzt werden. Dies klingt auf dem ersten Blick logisch. Wichtig ist allerdings, zu wissen, welche Unterschiede das genau sind:

  • Das ist zum einen die Länge des Ballflugs. Je schneller der Belag ist, umso weiter fliegt ein Ball, wenn er aus dem Belag herausspringt. Je weiter der Ball fliegt, desto höher ist die Gefahr, dass der Ball neben der gegnerischen Tischhälfte landet. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass ein schneller fliegender Ball den Gegner mehr oder Zeit setzt und dadurch zu Fehlern zwingt. Beim Belag wird dieses Tempoverhalten zum einen durch die Grundstruktur des Belages bewirkt, aber auch durch die Schwammdicke. Weitere Informationen hierüber kannst du im weiteren Verlauf dieser Beschreibung finden.
  • Ein weiterer Unterschied ist die Flugbahn des Balles. Je gebogener die Flugbahn ist, umso höher fliegt der Ball über das Netz und umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Ball sich anschließend auf die gegnerische Tischhälfte senkt. Zu einem Großteil ist der Schwammhärtegrad bzw. der Gesamthärtegrad des Belages für die bogenförmige Flugbahn des Balles verantwortlich. Je mehr Rotation in den Ball gegeben werden kann (dies wird gut unterstützt durch weichere Beläge), desto eher ist die Flugbahn des Balles gebogen. Wer hier weitere Informationen möchte, sollte mal nach den sogenannten Magnus Effekt googlen. Hier wird der Magnus-Effekt erklärt
  • Neben diesen „harten“ und objektiv messbaren Faktoren gibt es auch noch subjektive Faktoren. Hier ist beispielsweise das „Gefühl“ zu nennen. Etwas nüchterner kann man hierfür den Begriff „Rückmeldung des Belages über den Balltreffpunkt“ verwenden. Damit ist gemeint, wie präzise der Tischtennisspieler den Kontakt des Balles auf dem Schlägerholz erfühlen kann. Für viele Spieler ist es leichter, bei einem etwas weicheren Belag, den Balltreffpunkt zu erfühlen. Dies kann dadurch erklärt werden, dass der weiche Schwamm den Ball einfacher bis zum Schlägerholz vordringen lässt. Allerdings gibt es auch Tischtennisspieler, die den Schlag besser mit einem härteren Belag analysieren können. Hier ist sicherlich auch die Gewohnheit ein entscheidender Faktor. Wichtig ist allerdings, dass der Spieler für sich selber eine gute Rückmeldung erhält. Nur dann kann der absolvierte Schlag hingehören sauber analysiert werden und entweder als erfolgreich eingestuft werden oder als verbesserungswürdig.
  • Für einige Tischtennisspieler ist auch das Gewicht des Belages wichtig. Das Gewicht eines Tischtennisbelags wird unter anderem auch durch die Schwammhärte beeinflusst. Je weniger offenporig der Schwamm ist, umso weniger Luft ist in den Zwischenräumen und entsprechend sind solche Beläge schwerer. Ein schwerer Belag bewirkt, dass der gesamte Schläger ein wenig kopflastiger wird. Ist der Schläger kopflastig, wird dadurch der Handgelenkeinsatz beim Schlag besser unterstützt. Aber Vorsicht: sollte die Kopflastigkeit des Schlägers dazu führen, dass der Handgelenkeinsatz unkontrolliert wird, leidet darunter sehr die Schlagkontrolle. Einige Spieler klagen sogar über Schmerzen im Schultergelenk, wenn die montierten Tischtennisbeläge zu schwer sind. Hier unser Tipp: solltest du noch einen Belagwechsel plötzlich Probleme im Schulterbereich bekommen, dann beziehe in deine Anamnese auch diesen Faktor des Belaggewichts mit ein.

Aufbau eines Belages – die Belag-Oberlage

Hauptbestandteile des Belags ist die Oberlage, sowie der Schwamm. Diese Oberlage wird aus einer Mischung von Kautschukarten (Naturkautschuk und Synthetikkautschuk) hergestellt. Je nachdem, welche Rohstoffe bei der Herstellung verwendet werden bzw. wie das Mischungsverhältnis ist, verhält sich die Oberlage mehr oder wenig elastisch. Es gibt Kautschukmischungen die eine härte Oberlage des Belags ergeben. Andere Mischungen bewirken, dass die Belagoberlagen weicher und elastischer sind.

Härte Oberlagen unterstützen das rotationsärmere Spiel, weicher Oberlagen optimieren die Rotationsentwicklung des Balls. Weiterhin unterscheiden sich die Oberlagen nach der Dicke der Gummischicht sowie nach der Noppenlänge und nach dem Durchmesser der Noppen (bei den meistens eingesetzten Noppen-innen Belägen geht die Noppe, wie der Name es schon sagt, nach innen in Richtung Schwamm).


Aufbau eines Belages – der Schwamm

Der zweite Bestandteil des Belags ist der Schwamm. Dieser kann anhand des Schwammhärtegrads in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Je weicher der Schwamm ist, desto tiefer kann der Tischtennisball in diesen Schwamm eindringen. Bei den modernen Belägen wurde mit einem chemischen Verfahren Dynamik in den Schwamm eingearbeitet. Dies hat einen Effekt zur Folge, der mit dem früheren Frischklebeeffekt vergleichbar ist.

Belag-Generationen

Aus diesem Grund haben wir die Beläge in Generationen eingeteilt. Hierdurch wird die Übersicht extrem verbessert. Schließlich macht es Sinn, zunächst die "Wunsch-Generation" festzulegen und dann Beläge innerhalb dieser Generation zu vergleichen. Moderne Tischtennisbeläge erkennt man auch an ihrem offenporigeren Schwamm. Dieser bewirkt ebenfalls eine Steigerung der Dynamik.

Schwammdicke des Tischtennis-Belags

Ein wichtiger Faktor ist die Schwammdicke des Belags. Alle Beläge sind in unterschiedlicher Schwammdicke wählbar. Hier gilt die Regel: Je dicker der Schwamm, desto schneller ist der Belag und desto besser unterstützt der Belag alle Schläge in denen Rotation einarbeitet ist (damit vor allem den Topspin). Der Ball kann bei dickeren Schwämmen tiefer eindringen und wird weiter herausgeschleudert. Dünnere Schwämme eignen sich eher für kontrollierte Spielweisen.

Unterschiede Vorhand und Rückhand

Häufig ist es in der Praxis so, dass der Tischtennisspieler mit der Vorhandseite mehr Druck mit Topspins auf den Gegner ausüben will und mit der Rückhand eher kontert und Fehler vermeiden möchte. Dies kann man entsprechend unterstützen, indem man auf der Vorhand einen etwas dickeren Schwamm verwendet und im Rückhandbereich einen etwas dünneren Schwamm einsetzt.

Tischtennisbeläge der Generation 5

Bei den modernsten Belägen (Generation05) wurde die Oberlage bewusst etwas dünner ausgelegt, um mehr Möglichkeiten in der Schwammdicke zu haben. Die Gesamtdicke der Tischtennis Beläge darf den Wert von 4,0mm nicht übersteigen. Entsprechend wurde bei dieser Belaggruppe der Schwerpunkt auf einen maximal dicken Schwamm gelegt - das heißt, noch mehr Power - aber auch höhere Fehleranfälligkeit.

Belag-Typen

Bei den Oberlagen gibt es verschiedene Typen: Meistens werden Noppen-innen-Beläge eingesetzt, da mit Ihnen am variabelsten gespielt werden kann. Die Noppen-außen-Beläge (lange Noppen, halblange Noppen und kurze Noppen) sowie der Anti-Top-Belag werden häufig unter dem Begriff „Material“ zusammengefasst.

Material-Beläge:

Charakteristisch für diese Beläge sind die etwas eingeschränkten Möglichkeiten bei der Schlagauswahl. So ist zum Beispiel der klassische Topspin (fast) nicht umsetzbar. Sehr häufig nutzen Tischtennisspieler dementsprechend auch nur einen Belag aus dieser Gruppe um (möglicherweise auch durch Schlägertraining) auch die Option zu haben, selber und unabhängig von der gegnerischen Rotation, effetreiche Schläge wie beispielsweise den Topspin zu erzeugen.
Einige Marken haben sich spezialisiert auf die Produktion von diesen Material Belägen. Die Marken Sauer und Tröger und Dr. Neubauer sind in diesem Bereich seit vielen Jahren etabliert.

Spieler, die solche Materialbeläge gerne einsetzen zeichnen sich häufig dadurch aus, dass sie die Eigenschaften der Beläge sehr detailliert analysieren und auch häufig umfangreich Material testen, bis sie ihren Wunschbelag gefunden haben.
Über die speziellen Strukturen und Möglichkeiten der Noppen Außenbeläge und der Antitop Beläge findest du weiterführende Infos in den jeweiligen Kategorien.

Die Wahl des Tischtennis-Belags: Unser Tipp

Wähle deinen Belag (orientiert an deinen eigenen Spielfähigkeiten) nicht zu schnell aus. Die Möglichkeiten innerhalb eines Wettkampfes mit "Bomben" zum Erfolg zu kommen sind selten. Wer besser und fehlerloser bei den kleinen Punkten spielt (Aufschlag- / Rückschlag, mal einen Ball sinnvoll blocken oder clever platzieren usw.) der gewinnt, weil dies in den meisten Ballwechseln vorkommt. Na klar: einen "Fernsehball" zu spielen und danach abzufeiern macht auch Spaß und gehört unbedingt dazu! Aber gewinnen macht auch Spaß :)

Hintergrund Informationen aus dem Belagbereich

Ein ganz besonders spannendes Interview konnten wir mir Dennis Müller führen. Dennis ist Kundembetreuer bei ESN. Hier wird ein sehr großer Teil aller Beläge produziert. Um die interessanten Fakten und Infos zu erhalten, brauchst du lediglich zu unserem YouTube-Channel zu surfen: Interview mit Dennis Müller über Tischtennis-Beläge

Aus der Sicht eines Trainers: Warum sollte ein Einsteiger mit kontrollierteren Belägen spielen

Tischtennis ist eine sehr komplexe Sportart, bei der man etwas Zeit benötigt, um sie zu erlernen.
Ein Einsteiger in den Tischtennissport muss zunächst einmal möglichst viele Bewegungserfahrungen sammeln. Hierbei ist es wichtig, dass das Tischtennis Zubehör richtig ausgewählt ist. Hier sollte Wert draufgelegt werden, dass die Tischtennis Beläge und auch das Tischtennis Holz möglichst kontrolliert ist.

Dünnere Beläge sind kontrollierter

Ein dünnerer und damit kontrollierter Tischtennis Belag hat den Vorteil, dass der geschlagene Ball nicht so weit aus dem Schläger herauskatapultiert wird. Da bei einem Einsteiger, in den TT-Sport, der Tischtennisschläger noch nicht immer im richtigen Winkel und in der richtigen Ebene geführt wird, hilft es weiter, wenn der geschlagene Ball nicht zu weit in die falsche Richtung fliegt und dadurch neben oder über den Tisch fliegt. Dünnere Tischtennisbeläge reduzieren diesen Katapult Effekt. Entsprechend häufiger kann der Spieler den Ball auf die gegnerische Hälfte der Tischtennisplatte spielen. Dies bedeutet, dass die Ballwechsel länger werden und das der Spieler viel häufiger Bewegungserfahrungen sammeln kann. Ist der Tischtennisbelag oder auch das Schläger Holz zu schnell gewählt worden, steigt die Fehlerkurve sehr rasch an und lange Ballwechsel werden zu selten gespielt.

Weiterhin ist es so, dass bei dünnen Tischtennisbelägen der Spieler durch seine Schlagbewegungen noch mehr an der Ausführung „beteiligt“ ist. Hochmoderne, schnelle Tischtennis Beläge spielen fast von alleine. Allerdings passieren hier auch viel leichter Fehler, weswegen solche Beläge erst bei einer höheren Spielfähigkeit eingesetzt werden sollen.

Häufigere Wiederholungen steigern den schnellen Lernerfolg

Je häufiger der Spieler die Schlagbewegung wiederholen kann, umso besser wird diese Bewegung verinnerlicht. Wie bereits oben beschrieben fördert ein kontrollierter Tischtennisbelag dies. Im Gehirn wird jeder ausgeführte Schlag analysiert und im optimalen Fall werden für den nächsten Schlag kleine Veränderungen vom Spieler vorgenommen.

Nach der Phase des Einstiegs sollten die Beläge angepasst werden


Wenn nach einiger Zeit der so genannte Bewegungserfahrungsschatz erweitert worden ist, können die Tischtennisbeläge angepasst werden. Der Spieler ist dann mittlerweile in der Lage die Schlagebene, den Winkel des Schlägers und die Geschwindigkeit der Armbewegung so vorzunehmen, dass die Fehleranzahl reduziert wird. Dann ist die Zeit gekommen, die Beläge etwas dicker und dadurch auch dynamischer auszuwählen - im Tischtennissport geht es schließlich auch darum, den Gegner unter Zeitdruck zu setzen. Dies ist mit dynamischeren, schnelleren Tischtennis Belägen einfacher. Trotzdem nutzt es nichts, wenn durch zu schnelles Tischtennis Material die Fehlerkurve zu stark nach oben geht. Hier ist es sehr wichtig, einen ausgewogenen Kompromiss zu finden.

Was sagt die Bewegungslehre?

Aus Sicht der Bewegungslehre macht es deshalb Sinn, zunächst erleichterte Bedingungen (langsame Beläge mit kontrolliertem Holz) zu wählen, um zu Beginn die optimalen Lernvoraussetzungen zu schaffen. Schließlich macht es einem Einsteiger auch mehr Spaß, viele Erfolgserlebnisse zu feiern. Dies wäre bei der Wahl von zu schnellem Tischtennis Zubehör nicht der Fall und die Frustration würde möglicherweise dazu führen, dass der Spieler dem Tischtennis Sport wieder den Rücken zu kehrt…

Aus Trainersicht: Der Zusammenhang zwischen weichen Tischtennisbelägen und der Optimierung des Lernprozesses

Tischtennis Beläge sind in sehr vielen Varianten verfügbar. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Beschaffenheit des Schwammes unter der Belag Oberlage. Dieser Schwamm des Belages kann unterschiedlich hart sein. Ein weicher Schwamm ist zumeist etwas offenporiger. Diese Struktur ermöglicht es, dass der Ball im Treffpunkt tiefer in den Schwamm eindringt und dadurch etwas dichter an das Tischtennis Schläger Holz vordringen kann.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen

Für einen erfolgreichen Lernprozess ist es von großer Bedeutung, dass man die durchgeführten Bewegungsabläufe möglichst gut analysieren kann um dann bei Bedarf entsprechende Veränderungen vorzunehmen. Dieses Wahrnehmen der Bewegung geschieht über unsere Sinnesorgane. Im Tischtennis Sport ist ein wichtiges Sinnesorgan die Handinnenfläche. Der Schlägergriff des Tischtennis Holzes liegt in dieser Handinnenfläche und über das Griff-System des Schlägers wird die Verbindung zum Balltreffpunkt aufgebaut. Nun kommt es darauf an, wie sauber diese Schwingungen sind, die durch den Ballaufprall auf den Tischtennisschläger über den Griff in die Hand Innenflächen geleitet werden. Je besser dies geschieht, desto präziser kann man den Balltreffpunkt erfühlen und dadurch auch analysieren.

Weiche Belagschwämme unterstützen eine präzise Wahrnehmung

Ist der Tischtennisbelag mit einem weichen Schwamm ausgestattet, dringt der Ball (wie oben beschrieben) dichter an das Schläger Holz und löst dadurch präzisere Schwingungen aus. Dementsprechend ist die Rückmeldung, die der Tischtennisspieler erhält, „sauberer“. Für viele Tischtennisspieler fühlt es sich gut an, wenn Sie eine solche Rückmeldung bekommen. Besonders wenn man noch nicht so viel Erfahrung im Tischtennis Sport gesammelt hat, helfen gute Rückmeldungen durch einen weichen Schwamm im Tischtennisbelag, die Entwicklung voranzutreiben.

Sicherlich gibt es auch Spieler, die an harte Schwämme gewohnt sind und sich dadurch mit solchen Belägen wohler fühlen. Aber rein biomechanisch beziehungsweise physikalisch unterstützt ein weicher Belagschwamm das saubere Analysieren des Balltreffpunktes besser.

Mehr Bogen in der Ballflugbahn durch einen weichen Schwamm

Eine weitere Eigenschaft eines weichen Tischtennisbelages ist die stärker gebogene Flugbahn des Balles bei Topspinschlägen. Dadurch, dass der Ball tiefer in den Schwamm eindringen kann, wird der Topspin häufig mit einer stärker gebogenen Flugbahn gespielt. Dadurch fliegt der Ball entsprechend höher über das Netz und senkt sich danach wieder auf die gegnerische Hälfte der Tischtennisplatte. Die Kontrolle des Schlages wird erhöht. Dementsprechend kommen längere Ballwechsel zu Stande was wiederum den Lernprozess positiv unterstützt.

Schulung der Fähigkeit, Rotation zu entwickeln

Ein weiterer Vorteil beim Einsatz von weichen Belägen liegt in den vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten des Spielers. Im Tischtennissport hat die Rotation (Spin) eine sehr große Bedeutung. Sich die Fähigkeit anzueignen, den Ball in Rotation zu versetzen, wird durch einen weichen Schwamm im Tischtennisbelag optimal gefördert. Dadurch sind schneller Lernfortschritte erreichbar, was den Spieler zusätzlich motiviert.
In welche Richtung sich letztendlich das individuelle Spielsystem des Tischtennisspielers entwickelt sollte zu Beginn der Karriere nicht unbedingt festgelegt werden. Aber es ist absolut sinnvoll, am Anfang vielseitig auszubilden damit man dem Spieler später alle Wege offen hält – und dazu gehört auch die Schulung der Rotation, die mit weichen Tischtennisbelägen sehr gut unterstützt wird.

Aus der Sicht eines Trainers: Die Wahl des Tischtennis Belags in Abhängigkeit von der persönlichen Entwicklung

Bei der Wahl des Tischtennis Belags ist es wichtig, den Stand der persönlichen Entwicklung zu kennen. Hierbei muss man unterscheiden, ob sich ein Spieler in einer Phase befindet, in der ein Schwerpunkt darauf gelegt wird, Schlagtechniken zu entwickeln oder aber (altersbedingt) das Spielsystem bereits fest eingemeißelt ist.

Spieler in einer Entwicklungsphase 

Sollte sich der Spieler in einer Entwicklungsphase befinden, so macht es Sinn, einen Tischtennisbelag zu wählen, der Eigenschaften aufweist, welche das Erreichen des Entwicklungsziels unterstützt. Dazu ein Beispiel: wenn ein junger Spieler dabei ist, einen spinorientierten Topspin zu erlernen, macht es Sinn, einen Belag auszuwählen, der einen weichen Schwamm hat. Dieser weiche Schwamm sorgt dafür, dass der Ball tiefer in den Belag eindringen kann und der Ball besser mit Rotation gespielt wird. Die Lernbedingungen werden also durch den Belag verbessert, dies führt zu einer schnelleren Lerngeschwindigkeit, zu schnellerem Erfolg und zu einer höheren Motivation für den Tischtennissport.

Trotzdem darf die Auswahl des Belages nicht zu sehr vom aktuellen Entwicklungsstand abweichen, da in diesem Falle das bestehende Spielsystem zu wenig unterstützt werden würde, was zu Frustrationen beim Spieler führen würde.

Spieler mit einem "ausgereiften" System

Bei einem Spieler, der sich nicht mehr unbedingt im goldenen motorischen Lernalter befindet und bei dem sich das Spielsystem über viele Jahre bereits festgesetzt hat, sollte die Wahl des Tischtennisbelages ausschließlich auf die aktuellen Vorlieben und Fähigkeiten des Spielers fokussiert sein. Spieler, die ihr Spielsystem ausgeprägt haben, erwarten von den Belägen und auch von dem Tischtennisholz eine maximale Unterstützung in ihrem Spiel. Deswegen sollte die Beschaffenheit des Tischtennis Zubehör auch auf die aktuell vorhandenen motorischen Fähigkeiten zugeschnitten sein.

Bei einem geplanten Systemwechsel

Sollte ein Spieler ein Systemwechsel umsetzen (beispielsweise vom geraden schnellen Spiel auf ein rotationsreichendes Spiel) dann ist es wichtig, mit dem Spieler die verschiedenen Optionen durchsprechen. Ein geändertes Material (in diesem Falle weichere Beläge) führ zu einer Beeinträchtigung der gewohnten Spielweise (das gerade Spiel) unterstütz allerdings das gewünschte Spielsystem. Dies muss dem Spieler bewusst sein, damit es nicht zu größeren Frustrationen kommt.


Aus der Sicht eines Trainers: Unterschiede zwischen Vorhand und Rückhand und Konsequenzen in Bezug auf die Wahl des Belags

Die Vorhand- und Rückhand Schlagtechniken basieren auf unterschiedlichen biomechanischen Voraussetzungen. Dies gilt es, bei der Auswahl des Tischtennisbelages zu berücksichtigen.

Voraussetzungen für den Vorhand-Schlag

Bei der Vorhand wird neben dem Körper ausgeholt. Dort ist ausreichend Raum verfügbar, um die Ausholbewegung optimal den Gegebenheiten anzupassen. Habe ich mehr Zeit, kann ich etwas weiter ausholen, stehe ich unter Zeitdruck, so muss die Ausholbewegung kürzer sein. Aber meine Schlagtechnik ist im Vorhandbereich nicht räumlich eingegrenzt. Dementsprechend ist die Bewegungslänge bei Vorhandschlägen größer. Durch diese größere Ausholphase kann ich bei Vorhandschlagtechniken auch mehr Dynamik erzeugen. Also ist bei vielen Spielern (Ausnahmen gibt es immer) die Vorhand etwas dynamischer als die Rückhand. Das sollte bei der Auswahl des Belages berücksichtigt werden.

Meistens wird bei der Vorhandseite dementsprechend ein etwas dickerer und dynamischer Tischtennis Belag ausgewählt, der die aggressivere  Spielweise unterstützt.

Bedingungen für Rückhand-Schläge

Bei der Rückhand hingegen ist die Ausholmöglichkeit durch den eigenen Körper begrenzt. Hier hat man anatomisch bedingt nicht so viel Weg, den Tischtennisschläger zum Ball zu beschleunigen. Deswegen ist die Dynamik der Rückhandseite häufiger nicht ganz so hoch wie bei Vorhandschlägen. Bei vielen TT Spielern entwickelt sich dementsprechend ein Spielsystem, in dem die Vorhand die aggressivere, dynamische, schnellere und bessere Seite ist und im Rückenbereich eher etwas verhaltener und kontrollierter agiert wird.

In diesem Falle würde die Wahl des Tischtennisbelages auf eine etwas dünnere und kontrollierte Variante fallen.

Wie oben bereits angedeutet, gibt es sicherlich auch Spielertypen, die mit der Rückhandseite dominanter spielen. Dies liegt dann an den individuellen motorischen Fähigkeiten und Vorlieben des Tischtennisspielers.